Papiergeld

Das ist es, was im modernen Philosophieren unter anderem so viel Konfusion gegeben hat, daß die Philosophen so viele kurze Aussagen über unendliche Aufgaben haben und wechselseitig dies Papiergeld respektieren, während es fast niemals jemand einfällt, sich selbst daran zu versuchen, existierend die Forderung, die die Aufgabe stellt, zu realisieren.
Sören Kierkegaard
30 Dez '05 11:08 | | kommentieren

Weihnachten oder das Zusichkommen des Prozesses

Was tradiert wird in der Natur sind die Erbinformationen, sie werden im wesentlichen konstant gehalten mit der Option geringfügiger Abweichung. Diese Abweichungen sind zufälliger Natur nur durch die dem Sein immanente Logik, können sich nur die Veränderungen etablieren die der Subidee (Organismus) einen Vorteil dabei verschaffen sich gegen andere Subideen zu behaupten. So entstehen Werkzeuge, Sinne usw. die sich immer in einem funktionellen Widerspiegelungsverhältnis zum dazugehörigen Ökosystem etablieren. D.h. die Flosse des Fisches nimmt Eigenschaften des Wassers auf und passt sich beispielsweise durch ihre Form daran an, der Schmetterling nimmt die instinktive Angst der Fraßfeinde vor bestimmten Mustern
in seiner Zeichnung auf usw. dieser Prozess ist nirgends bewußt, dennoch ist er intelligent bzw. ist ein strukturierter Prozess der Information verarbeitet und diese Information stellt wiederum den neuen Ausgangspunkt für weitere Veränderungen dar.
Jetzt geschieht auf einer bestimmten Stufe dieses Prozesses etwas merkwürdiges, es entsteht ein Werkzeug das eben genau darauf abzielt bzw. daraus seinen Vorteil in der Auseinandersetzung mit anderen Ideen erlangt dass es sich Kenntnisse über die Struktur des Prozesses verschaffen kann und damit wesentlich variabler die Interaktionen in seinem System und in der Auseinandersetzung mit diesem agieren kann. Der Vorteil etwas von der Logik des Seins und wenn es nur einfache Kausalität ist zu begreifen und nur im Geist durchspielen und damit sich auf bestimmte Ereignisse vorzubereiten, der Vorteil dieser Idee ist immens.
Wir machen einen großen Schritt, es gelingt diesem Werkzeug Geist immer besser und immer abstrakter über die Zusammenhänge um ihn herum und in sich selbst, sich Aufschlüsse zu verschaffen. Die Entwicklung gelangt an einen Punkt wo dieses ursprüngliche Werkzeug auch versucht sich über seine Herkunft und Entstehung und die Herkunft und Entstehung des
Prozesses, seine mögliche weitere Entwicklung bis hin zur Frage des wohin dies alles führen soll oder wenn ein Soll nicht existiert, wenn der Prozess über keine Teleologie verfügt, wohin dann dieses steuerlose Schiff unterwegs sein könnte allein aufgrund der Logik des Seins, die ja auch diesen Prozess bis hierher geführt hat. Bis an diese Stelle an der genau jetzt noch etwas ganz entscheidendes und eigentümliches passiert. Beim darüber ungemein angestrengt und dauerhaften Nachgrübeln kommen einzelne Subideen völlig unerwartet zu der Einsicht dass sie sich ja nicht isoliert von dem Prozess oder Hypersystem interpretieren dürfen - wie sie es bislang gewohnt waren. Sondern dass, wenn ein Prozess es dahin, bringt dass Subsysteme dieses Prozesses in der Lage sind über sich und über den Prozess als Ganzes zu reflektieren, dass dann diese Reflexivität untrennbar als Produkt dieses Hyperprozesses zu diesem Hyperprozess gehört, und als dann eines dieser Subsysteme dies aussprach und die anderen hörten Ihm zu und waren bis an diesem Punkt seinen Ausführungen gefolgt, wurde es plötzlich ganz still in diesem Immaginären Stall im ebenso immaginären Bethlehem, und alle schauten sich an und selbst in den Augen von Ochs und Esel glaubte man ein gewisses leuchten zu sehen.
Auch wenn ihr die ihr dies hört vielleicht denkt, dass das was ihr da hört aber doch etwas armselig daherkommt und die Krippe und der Stall und überhaupt alles nur nicht das was man bei einem solchen Ereigniss erwarten würde, dann denkt doch mal ein wenig nach, erinnert euch wie es damals war als diese Geschichte sich in etwas anderer Form aber im Prinzip doch identisch schon einmal abspielte und tretet näher. Betrachtet dieses hier (im wesentlichen im dt. Idealismus) niedergelegte Kind von allen Seiten und wenn eure Augen und Ohren offen und euer Geist frei dazu ist, werdet vielleicht auch Ihr zu den erfürchtig staunenden Subsystemen gehören in denen genau dann etwas passiert, dann seid Ihr es die eine unglaubliche Veränderung erfahrt - denn dann ist in euch Gott dabei wahrlich Mensch zu werden oder anders ausgedrückt, der Prozess reibt sich die Augen und ist dabei zu sich zu kommen.
Frohes erwach... - ähm - Frohe Weihnachten.
Irrtum vorbehalten !
osrama
14 Dez '05 10:29 | | 32 Kommentare

Zarathustra oder das Zusichkommen bei Nietzsche

"Zarathustra ist also das Kind, sowie gleichzeitig der Gott Nietzsches, sowohl die That oder Kunstschöpfung eines Einzelnen, als auch die Zusammenfassung dieses Einzelmenschen mit der ganzen Linie Mensch, mit dem Menschheitssinn [Weltgeist] selbst. Er ist "Geschöpf und Schöpfer" ......Er ist der "Übernietzsche". Aus ihm spricht deshalb auch nicht das Erleben und Verstehen eines Einzelne, sondern das Menschheitsbewußtsein [Weltgeist] selbst von seinen fernsten Ursprüngen an, ....." Wenn Genialität, nach Schopenhauer`s Beobachtung, in der zusammenhängenden und lebendigen Erinnerung an das Selbst-Erlebte besteht, so möchte im Streben nach Erkenntniss des gesammten historischen Gewordenseins ein Streben nach Genialität der Menschheit im Ganzen [Weltgeist] zu erkennen sein. Die vollendet gedachte Historie wäre kosmisches Selbstbewußtsein." " Aus: Lou Andreas-Salome "Nietzsche in seinen Werken" (in eckigen Klammern Ergänzung von mir)
11 Dez '05 19:45 | | 32 Kommentare

Ent-wickeln der Freiheit

Die Entwicklung des Geistes ist Herausgehn, Sichauseinanderlegen, und zugleich Zusichkommen.

Dies Beisichsein des Geistes, dies Zusichselbstkommen desselben kann als sein höchstes, absolutes Ziel ausgesprochen werden. Nur dies will er und nichts anderes. Alles, was im Himmel und auf Erden geschieht-ewig geschieht-, das Leben Gottes und alles, was zeitlich getan wird, strebt nur darnach hin, daß der Geist sich erkenne, sich sich selber gegenständlich mache, sich finde, für sich selber werde, sich mit sich zusammenschließe. ....Nur dies ist Freiheit; frei ist, was nicht auf ein anderes sich bezieht, nicht von ihm abhängig ist. Der Geist, indem er zu sich selbst kommt, erreicht dies, freier zu sein. Nur hier tritt wahrhaftes Eigentum, nur hier wahrhafte eigene Überzeugung ein. In allem anderen als im Denken kommt der Geist nicht zu dieser Freiheit. So im Anschauen, den Gefühlen: Ich finde mich bestimmt, bin nicht frei, sondern bin so, wenn ich auch ein Bewußtstein über diese meine Empfindung habe. Im Willen hat man bestimmte Zwecke, bestimmtes Interesse;......Nur im Denken ist alle Fremdheit durchsichtig, verschwunden; der Geist ist hier auf absolute Weise frei. Damit ist das Interesse der Idee, der Philosophie zugleich ausgesprochen. Hegel "Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie"
03 Dez '05 12:14 | | 1 Kommentar
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