Vertrauen in den Geist
"Ich hoffe, es wird mir gelingen, Ihr Vertrauen zu verdienen und zu gewinnen. Zunächst aber darf ich nichts
in Anspruch nehmen, als daß Sie vor allem nur Vertrauen zu der Wissenschaft und Vertrauen zu sich selbst
mitbringen. Der Mut der Wahrheit, der Glaube an die Macht des Geistes ist die erste Bedingung der Philosophie.
Der Mensch, da er Geist ist, darf und soll sich selbst des Höchsten würdig achten, von der Größe und Macht
seines Geistes kann er nicht groß genug denken, und mit diesem Glauben wird nichts so spröde und hart sein,
das sich ihm nicht eröffnete. Das zuerst verborgene und verschlossene Wesen des Universums hat keine Kraft,
die dem Mute des Erkennens Widerstand leisten könnte; es muß sich vor ihm auftun und seinen Reichtum
und seine Tiefen ihm vor Augen legen und zum Genusse geben." G.W.F. Hegel: Vorlesungen über die Geschichte
der Philosophie
mit offenen Augen
Es ist dies eine ungeheure Erkenntnis, wenn man feststellt, dass man selbst dieses Fenster der Welt ist, wo der Weltlauf, dieser gigantische Prozess, diese Odysee des Geistes
plötzlich beginnt sich selbst wahrzunehmen. Das "ich" wird über sich hinauskatapultiert - mit solch offenen Augen wird man zur Welt !
Ein Mann, der weiser war als ich, sagte einmal zu mir
Manchmal frisst du den Bären, und manchmal frisst der Bär dich.