der Weisheit letzter Schluss
Aus der Evolutionstheorie haben wir gelernt, dass wir einem sich ständig wandelnden Prozess unser Dasein verdanken. Dieser ist, so könnte man es auch formulieren, damit der Vater des Gedankens bzw. des Bewußsteins.
In einem bestimmbaren Sinn sind unsere Gedanken, unser Bewußtsein, die Gedanken und das Bewußtsein des Prozesses. Durch den Menschen ist der Prozess in eine neue Dimension eingetreten, er ist nachdenklich geworden und kann selbst über dieses nachdenklich sein noch reflektieren und er hat einen nicht bloß stochastischen Zugang zu der Welt der Ideen für sich erschlossen. Wo vorher nur blinde Mutationen Neues brachten, kann jetzt dieser Prozess gezielt nach neuen Ideen Ausschau halten.
Der Weisheit letzter Schluss wird so kein Rückschluss sein, sondern vielmehr einer Erfindung ähneln, er benötigt dringend ein paar gute Ideen über und für sich, wir sind das Medium, in dem dieser Prozess zu sich und damit an sein Ziel gelangen kann. Aber das Ziel liegt im Raum des Möglichen und nicht im bereits Wirklichen, es ist im Bereich des noch nicht Bewußten ein Teilbereich des Unbewußten wie z.B. Bloch es formuliert.
Nur dort wo der Geist in uns beginnt, sich selbst zu begreifen, seine Magie, durch die er sich selbst erhellen, in Münchhausen Manier sich aus den Sümpfen des gewöhnlichen Denkens ziehen kann, eröffnet sich ihm die Perspektive, dass sich möglicherweise die "Odyssee des Geistes"doch noch zu einem glücklichen Ausgang führen läßt. Nietzsche hat mit "auf die Schiffe" für einen Aufbruch zu einem solchen Unterfangen die passende Sprache gefunden. Im sog. "ältestenSystemprogramm des deutschen Idealismus" wurde es so formuliert:
"Zuerst werde ich hier von einer Idee sprechen, die, soviel ich weiß, noch in keines Menschen Sinn gekommen ist - wir müssen eine neue Mythologie haben, diese Mythologie aber muß im Dienste der Ideen stehen, sie muß eine Mythologie der Vernunft werden. Ehe wir die Ideen ästhetisch d.h. mythologisch machen haben sie für das Volk kein Interesse, und umgekehrt: ehe die Mythologie vernünftig ist, muss sich der Philosoph ihrer schämen......" |
in diesem Sinn haben nun Dichtung und Wahrheit zusammen gefunden - der Weisheit letzter Schluss, glaubt mir, heißt: "Land in Sicht!!!" rufen, solange, bis man es sieht.
Ein ekstatischer Vortrag
Heirate, du wirst es bereuen; heirate nicht, du wirst es auch bereuen; heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen; entweder du heiratest oder du heiratest nicht, du bereust beides.
Lache über die Torheiten der Welt, du wirst es bereuen; weine über sie, du wirst es auch bereuen; lache über die Torheiten der Welt oder weine über sie, du wirst beides bereuen; entweder du lachst über die Torheiten der Welt oder du weinst über sie, du bereust beides.
Trau einem Mädchen, du wirst es bereuen; traue ihr nicht, du wirst es auch bereuen; trau einem Mädchen oder traue ihr nicht, du wirst beides bereuen; entweder du traust einem Mädchen oder du traust ihr nicht, du wirst beides bereuen.
Erhänge dich, du wirst es bereuen; erhänge dich nicht, du wirst es auch bereuen; erhänge dich oder erhänge dich nicht, du wirst beides bereuen; entweder du erhängst dich oder du erhängst dich nicht, du wirst beides bereuen.
Dies, meine Herren, ist aller Lebensweisheit Inbegriff.
Kierkegaard - Entweder-Oder
Was glaubst Du?
Ich glaube an die unglaublichen Möglichkeiten, die in diesem Dasein stecken. Möglicherweise heißt eine von diesen Möglichkeiten
Gott, bzw. wir würden sie so benennen, wenn sie sich von der bloßen Möglichkeit bis hin zur Realität entwickelt hätte. Aber noch gibt es kein absolut Gutes, so wie es das absolut Böse nicht gibt.
Ich glaube, daß es gut, wichtig und richtig ist, daran zu glauben, daß das Gute besser ist als das Schlechte, daß es nicht gleichgültig ist. Nur wissen wir nicht immer was gut oder schlecht ist, wir müssen dann hoffen, daß uns unsere Intuition in die "richtige" Richtung weist. Die Frage nach Richtig oder Falsch wird uns noch lange bewegen und letztlich gibt es niemand, der sie beantworten kann. Sie mündet in die Frage, was wir vernünftigerweise wirklich wollen können, daß es sei. Aus diesem Willen zu Dingen wie: Gerechtigkeit, Freiheit usw. lassen sich dann oft andere, "gute" Handlungen ableiten, aber selbst dann ist es nicht immer einfach.
Ich glaube, dass das Dasein in uns gut beraten ist, wenn es versucht, sich selbst zu erkennen, auch wenn dies nicht zur Gänze gelingen wird. Zu dieser Selbsterkenntnis gehört unbedingt der Blick auf die noch unrealisierten, aber möglichen Möglichkeiten. Es mag sein, daß zu diesen Möglichkeiten gehört, daß all das, was wir erleben, was letztlich immer "nur " eine virtuelle Welt ist und sein kann, ihre "Schwerkraft des Realen" (ich weiss im Moment nicht von wem dieser Ausdruck urspünglich stammt) wieder aus dem Geist verschwindet und das "magische Theater" für jeden durchschaubar wird. Es mag aber auch sein, daß sich Materie und Geist lediglich als zwei Seiten desselben Da-Seins entpuppen, welches unendlich viel verlöre, würde man es lediglich zugunsten einer Seite scheiden.
Ich glaube also, daß man diesem Dasein nicht gerecht wird, und es damit auch weit hinter den Möglichkeiten seiner Selbst zurückbleibt, würde es sich in uns lediglich für eine mögliche Sichtweise von sich entscheiden - gleichwohl ist es sicher nicht gänzlich irrelevant, welche Sichtweise von sich das Dasein in uns wählt.
Liebe ist zwar nur ein Wort, aber gemeinhin bezeichnet es unser Verhältniss zu etwas uns besonders wichtig und wertvollem. Wenn man es so sieht, glaube ich an die Liebe, die das Dasein zu sich selbst entwickeln könnte in uns. In die wir uns aber auch vollumfänglich miteinbeziehen sollten/können, das Allerheiligste hat also für mich seinen Platz im Herzen des Daseins, möglicherweise liegt viel daran, daß wir unsres mit diesem als identisch ansehen. Man mag dies als allzu pathetisches Sprachspiel abtun, aber warum sollte ich darauf weniger geben, als auf die doofen Schatten an der Höhlenwand?
So gesehen glaube ich an den "heiligen Geist ", der zu solchen Hirngespinsten in der Lage ist, und der dieses überirdische Licht, wleches sich von Phantasien und Träumen gespeist, auf diesen Planeten ergießt, auch wenn derselbe Geist, verheerende Albträume "wahr" werden lässt. Auch wenn man manchmal meinen könnte das Glas könnte halb leer sein, denke ich es ist wesentlich - ja was ?? schlauer, besser, ratsamer, leichter, hilfreicher, liebevoller, es als halb voll anzusehen.
Insofern glaube ich ans Glauben, und hoffe das ich recht behalte. Es bleibt also: Glaube, Liebe und Hoffnung, die Liebe aber ...
mag zusehn...
Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.
Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.
F.Nietzsche
Naturwissenschaft
So wird das nix, wie Du richtig bemerkst bist Du Bestandteil der Natur, somit ist Denken auch Bestandteil der Natur.
Jetzt ist es relativ langweilig darüber nachzudenken wie denken "funktioniert", das ist wie wenn Du in einem Buch die Druckerschwärze analysierst, um zuverstehen was der Sinn oder die Aussage des Buchs ist.
Was das Buch wertvoll macht ist die Information, die es in Form von einem Buchstabencode enthält, durch Analyse der Zusammensetzung der Druckerschwärze erfahre ich vielleicht noch wann der Druck erfolgt ist, aber das ist vermutlich, je nach dem um was es in dem Buch geht, eher nebensächlich. Ganz analog zu der Vorgehensweise, die Natur in ihre kleinsten Bestandteile zu zerlegen oder Berechnungen zur Ausdehnung des Kosmos anzustellen, um zu verstehen, was uns diese Welt vielleicht bislang verschweigt, und dem Versuch direkter Interpretation auf der Basis alltäglicher Erfahrung.