Hegels Humor


Ziffel
Bei Humor denk ich immer an den Philosophen Hegel, von dem ich mir in der Bibliothek Einiges geholt habe, damit ich Ihnen philosophisch gewachsen bin.

Kalle
Erzählens mir drüber. Ich bin nicht gebildet genug, daß ich ihn selber les.

(weiter)
27 Apr '05 20:30 | | 1 Kommentar

Voll Güt ist. Keiner aber fasset allein Gott.

Voll Güt ist. Keiner aber fasset
Allein Gott.
Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.
Im Finstern wohnen
Die Adler und furchtlos gehn
Die Söhne der Alpen über den Abgrund weg
Auf leichtgebaueten Brücken.
Drum, da gehäuft sind rings, um Klarheit,
Die Gipfel der Zeit,
Und die Liebsten nahe wohnen, ermattend auf
Getrenntesten Bergen,
So gib unschuldig Wasser,
O Fittige gib uns, treuesten Sinns
Hinüberzugehn und wiederzukehren.

F.Hölderlin


watzmann
Der Watzmann (Ausschnitt) - 1824-25 von Caspar David Friedrich
so abgeblidet auf der im November 2004 aufgelegten Ausgabe "Friedrich Hölderlin, Sämtliche Werke, Briefe und Dokumente. 12 Bände" von D.E.Sattler
25 Apr '05 10:40 | | kommentieren

Landflucht

Oft, wenn ich Menschenstimmen hörte, war mirs, als mahnten sie mich, aus einem Lande zu flüchten, worein ich nicht gehörte, und ich kam mir vor, wie ein Geist, der sich über die Mitternachtstunde verweilt hat, und den Hahnenschrei hört.

F. Hölderlin, Hyperion
24 Apr '05 21:47 | | 1 Kommentar

Der Sinn in einem Erdloch

Was der Sinn des Lebens ist?! Ja, möglicherweise gibts an dieser Welt noch einige Dinge zu optimieren. Vielleicht auch geht es darum, noch ein paar tausend Jahre über den Sinn des Lebens nachzugrübeln, bis man endlich versteht, wozu das Ganze da sein könnte. Oder darum, Unglück zu vermindern und Glück zu mehren. Vielleicht braucht es das Leben, damit sich jenes berühmte Hegelsche "An-und-für-sich-sein" realisieren läßt.

Findest Du es nicht zumindest staunenswert was bisher geschah, ich meine diese Entwicklung, bis das Sein über sich staunen konnte? Vielleicht gelingt es ja und eines Tages findet jemand irgendwo unter einer versteckten Steinplatte den Sinn des Lebens - nein ist natürlich Quatsch. Ich denke, man muss Sinn stiften, d.h. daran arbeiten, dass man selbst und andere glücklicher ist/sind. Wann würde das Leben denn Sinn machen, doch dann, wenn durch das Leben etwas besser wird und wenn dieses etwas das Leben selbst ist.

Du findest es wunderbar, in einer sinnlosen Welt zu leben? Gehörst Du etwa nicht zur Welt? Wir fragen immer nach dem Sinn der Welt und schließen, weil wir jenseits von uns nichts finden, daraus, dass die Welt keinen Sinn hat. Die Welt ist aber nicht jenseits von uns. Wir sind ihr Bewußtsein.
16 Apr '05 10:16 | | 1 Kommentar

Hölderlin, Heidegger und das Künftige

Auszug, von Detlev Lüders, zitiert aus "Voll Verdienst, doch dichterisch wohnet / Der Mensch auf dieser Erde", Heidegger und Hölderlin, Martin-Heidegger-Gesellschaft

Als das einzig Heilsame und Zukünftige erweist sich [...] für Hölderlin und für Heidegger die Einkehr des Menschen in sein eigenliches, anfängliches aber geschichtlich immer neu zu gründendes Wesen. Das "Echo des Himmels" und der "Hirt des Seins" sind die Leitworte für das Wesen des künftigen Menschen.

Wir kehren zum Anfang zurück. Heidegger fragt:
Indessen sind Hölderlins Dichtung und Heidegegrs Denken uns als das Künftige anvertraut. Beide führen in den "anderen Anfang", der nicht mehr planend rechnet, sondern andenkend sinnt. Hier werden die Dinge, wie Heidegger sagt, "zwar nicht 'begreiflicher', im Sinne des wissenschaflichen Erklärens, aber [ihr] Wesen wird uns würdereicher und geheimnisvoller". Das andenkende Denken führt uns letztlich in lauter Geheimnisse.

Indem dieses Denken dem 'unerschöpflichen' Reichtum der Dinge gehorcht, der sich dem 'dichterischen Wohnen' des Menschen zeigt, läßt es dass Wesen der Dinge das Geheimnis sein, das es ist, und eignet es uns als solches zu. Im "Sternengang des Geheimnisses" zu verweilen, in dem kein rechnendes Erklären reicht, ist die eigentliche Würde des Wesens der Dinge. Hier leuchtet die ursprüngliche Wahrheit als das "glühende Herdfeuer", das ein künftiges 'Wohnen auf dieser Erde' erhellen könnte.
10 Apr '05 09:29 | | zwei Kommentare

Remembär Schnittmuster

mit Anleitung, was will man mehr ...

09 Apr '05 08:36 | | 1 Kommentar

Neuer Wein in alten Schläuchen

Die Wiege des Geistes ist die Natur.
Und der Geist ist die Wiege der Natur.
So wie ohne Natur kein Geist wirklich sein kann, so bringt doch dieser Geist die Natur erst hervor.

Wer war nun also zuerst da, scheint die Frage zu sein, die sich aufdrängt. Aber noch läßt sich nicht ausloten, ob es ein „zuerst" überhaupt gibt. Da die Zeit möglicherweise auch „nur" ein Produkt des Geistes ist, und an dessen Anfang deshalb schwerlich existieren konnte.

Es bietet sich einem die Dialektik des Werdens im Wechselspiel zwischen Geist und Materie als größte Annäherung an die Wirklichkeit an.

So wie durch die natülichen Prozesse die Information der DNA sich weiterentwickelt hat und immer neue Organisationsformen generiert, so hat natürlich dieser neue Stand der Evolution Rückwirkungen auf sich selbst. In dem mehr oder weniger fortgeschrittenen Stadium der Evolution, in dem wir uns befinden, betritt nun der Geist (erstmalig) selbst die Bühne und beginnt sich zu demaskieren, um sich so sich seiner selbst zu vergewissern.

Ansich kann er jetzt frei sich als reiner Geist bewegen, doch bleibt es dann bei dieser unerträglichen Spannung des "Nicht von dieser Welt"-Seins. Das materielle Leben bildet dann diesen immerwährenden Pfahl im Fleisch, oder besser, es hinkt hinter seinen Möglichkeiten zurück, während der Geist schon so uneinholbar weit vorausgeeilt ist.

Besser erscheint es da, wenn man des „Maßes allzeit kundig“ und mit bedacht sie Wohnungen der Menschen berührt, d.h. auch sich selbst nur insoweit „begeistert“, wie man mit dem alten Adam noch hinterher kommt.

Wir sind nunmal neuer Wein in alten Schläuchen, es ist etwas ausgegossen in unser Herz, doch beim Stufengang zwischen Geist und Natur verlieren diese Entwicklungsstufen ihre Stabilität, wenn der Geist zu schnell den Himmel stürmen will.

Vielleicht ist der Mensch selbst ein solch übereilter, instabiler Treppenabschnitt. Und der Geist, der dazu paßt, ist eben nicht dieses Maßes kundig. Es gelingt nicht die Balance zu halten, dazu sind die großen Versprechungen zu verlockend - in diesem Sinn könnte man auch mit Nietzsche und Celan rufen: "Bleibet der Erde treu auch wenn da noch Lieder zu singen sind jenseits der Menschen."

Auf der anderen Seite und vielleicht mit noch größerem Recht gilt es, den Blick für diese historische Chance dieses Lichtblickes der Evolution immer wieder zu schärfen, ja oftmals wird es sogar notwendig sein, die Menschen für diese Selbsterkenntnis erst geschickt zu machen.

Nur dort kann der Mensch tatsächlich zum Salz der Erde werden wo er seine Göttlichkeit wirklich begreift, wo er realisiert, welches Geistes Kind er ist und was dies bedeutet. Die Formel. daß Gott Mensch geworden ist, bedeutet doch richtig verstanden: Gott hat sich bislang erst aus seinem an-sich-sein bis zur Stufe des Menschen herausgelöst, und erst durch den heiligen Geist (also durch den Zugriff auf die bloßen Potenzen in den weiten Räumen des Möglichen) kann eine solchermaßen begeisterte Natur sich hin auf ihr potentiel göttliches Wesen entfalten. Der heilige Geist ist deshalb als eine der Existenzformen Gottes gedeutet worden, die uns zu Hilfe kommt, und in der Tat ist es unsere einzige Chance, die Wirklichkeit mit und in diesem Licht zu erleuchten.

So nur kommt der Geist zu sich.
So nur kann sein himmelisches Reich, die Utopie schlechthin herabsteigen und unsereiner aus den Niederungen des Allzumenschlichen hinauf, auf dieser freilich oftmals suspekten Leiter.
02 Apr '05 13:14 | | kommentieren
Nächstes Archiv Vorheriges Archiv
Archive:
Januar 2006
Dezember 2005
November 2005
Oktober 2005
September 2005
August 2005
Juli 2005
Juni 2005
Mai 2005
April 2005
März 2005
Februar 2005
Januar 2005
Dezember 2004
November 2004
Oktober 2004
September 2004
August 2004
Juli 2004
Juni 2004
Mai 2004
April 2004
März 2004

Links:
Villa Haehnle
M*A*S*H 4077
Eiszeitkunst
46664: 1 minute for Aids in Africa
Homepage von Peter Sloterdijk
Proteus Blog

Stuff:
Powered by Pivot 
XML-Feed (RSS 1.0) 
XML: Atom Feed