Es sind noch Lieder zu singen jenseits der Menschen

Ein Baumhoher Gedanke greift sich den Lichtton warum konntest Du ihn nicht festhalten, Celan, du musst es doch geahnt haben. Es sind die Gedanken, nicht die Dinge die unser Leben bestimmen. Wir interpretieren die Ereignisse und diese Interpretation ist das Entscheidende wie die Ereignisse dann auf uns wirken.

Hier liegt der Schlüssel unserer Freiheit, aber nicht im krampfhaften positiven Denken, sondern im wachsenden Vertrauen auf unser wahres Selbst, das kosmisch ist und das Eigentliche – ich vermag es gerade nicht besser zu formulieren.
29 Jul '04 20:55 | | zwei Kommentare

Mondendinge

Dinge gehen vor im Mond,
die das Kalb selbst nicht gewohnt.

Tulemond und Mondamin
liegen heulend auf den Knien.

Heulend fletschen sie die Zähne
auf der schwefligen Hyäne.

Aus den Kratern aber steigt
Schweigen, das sie überschweigt.

Dinge gehen vor im Mond,
die das Kalb selbst nicht gewohnt.

Tulemond und Mondamin
liegen heulend auf den Knien ...

Christian Morgenstern
25 Jul '04 22:07 | | kommentieren

Hegels Optimismus

Sollte Hegel sich wirklich getäuscht haben und die List der Vernunft an den Brettern vor den Köpfen scheitern ?

Nein! Im Ernst, was ist den so Verwerfliches daran, anzunehmen dass unser Denken nicht beliebig ist, sondern verwandt ist mit der Welt außerhalb der Welt in meinem Kopf. Schließlich ist es doch dort entstanden.

Wir können die Welt nur dann verstehen, wenn dieses Denken prinzipiell dazu geeignet ist - ich teile da Hegels Optimismus. Auch wenn Leben noch eine weitere Ebene darstellt die sich nicht auf Denken reduzieren läßt.

Aber Natur ohne Geist, ein Wabberndes etwas. Geist ohne die Vitaliät des Lebens, staubtrocken.

"Begeisterung" - das ist die Ebene die in dieser Vision enthalten sein soll! Der Geist, oder was dasselbe ist, das Denken sind ganz natürliche Dinge. Das ist ja das Schöne bei Hegel, dass er die Welt aus sich selbst heraus begreift.
23 Jul '04 20:01 | | kommentieren

Philosophie und Selbsterkenntnis oder Philosophie der Selbsterkenntnis

Bei letzterer frage ich mich wer sich denn da selbst erkennt.

Man wird sagen "ich" und landet bei der nächsten Frage: wer bin ich denn eigentlich ? Das riecht verdächtig nach einem Kreis aus dem man nicht herauskommt.

Aber da unser individuelles Fragen gar nicht so individuell ist wie wir denken, sondern die Menschheit sich das schon zu allen Zeiten gefragt hat, stehen diese Fragen also so im Raum rum, und immer wieder stolpern wir darüber. Und beim x-ten mal, dämmerts uns vielleicht, dass unsere vermeintlich individuelle Suche in einem größeren Zusammenhang gesehen werden muss.

Philosophie der Selbsterkenntnis bedeutet dieses Bedürfniss nach Antworten, als eine Sache, die in der Natur der Sache liegt anzusehen. Die Natur, oder das Sein sucht, und wenn Du das erkennst, trifft diese Suche in Dir auf sich selbst.

Aber dadurch erkennt sich die Wirklichkeit in Dir als die einzige und weiss dass sie es auch sein muss, die die Antwort gibt.
18 Jul '04 22:03 | | kommentieren

Götterverschleiss

Meiner Meinung nach wäre es schon höchste Zeit für eine neue Religion, eine Religion die die Dinge beim Namen nennt und das eben in einer Sprache, die heute verstanden wird. Ich glaube eben auch wenn heute einer der Religionsstifter unterwegs wäre, dann würde er auch nicht mehr die Dinge so darstellen wie damals. Er würde wahrscheinlich zwar Ähnliches meinen aber sich eben anders ausdrücken. Außerdem glaub ich schon, dass es eine Geistesentwicklung gibt, sonst würde Religion auch gar keinen Sinn machen, wenn sich dadurch nichts verändern ließe.

Übrigens Hölderlins Hyperion, oder Nietzsches Zarathustra waren ja wohl Ansätze so was zu versuchen.

Aber gleichzeitig muss eine Religion auch immer eine Utopie entwerfen und hierfür ist die Zeit nicht gerade günstig. Ich meine diese neue Religion müsste die Stellung des Menschen klarer aufzeigen, dass er so eine Art Halbgott ist, der Kopf steckt im Olymp und der Rest weilt hier auf der Erde. Und dass es darum geht unsere Phantasie zu bemühen, um aus dem Reich der Ideen die richtigen hier runter auf die Erde zu holen. Die Idee von einem Gott war schon nicht ganz schlecht aber die hat mittlerweile halt sooonen Bart.
12 Jul '04 17:26 | | kommentieren

Wer waren die Steinzeitkünstler

Die Urheber der Kunstwerke der Steinzeit der Vogelherdhöhle bleiben ungeklärt. Bilder der Elfenbeinfiguren z.B. hier.

Menschliche Skelettreste in Erdschichten unterhalb der Funde wurden jetzt neu untersucht, das Ergebnis: statt bisher geglaubten 30000 - 40000 Jahre sind sie nur ca. 4000 Jahre alt, wie kürzlich in der Nature veröffentlicht. Sie kommen somit nicht als Urheber der Figuren aus Mammutelfenbein in Frage. Damit ist die bisher selbstverständliche Zuordnung der Kunstwerke zum modernen Menschen in Frage gestellt. Womöglich waren gar Neandertaler die Künstler?

Schädelfund im Vogelherd
09 Jul '04 00:19 | | kommentieren

Gott wird Mensch - Mensch wird Gott

Das Sein ist von einer Logik duchwoben, basiert auf ihr. Es sind die Regeln des Möglichen.

Nur weil es diese Logik im Sein gibt und wir aus dieser Logik heraus entstanden sind, nur deshalb können wir etwas davon erkennen, kann sich ein Produkt dieses logischen Prozesses ein Bild seiner Herkunft machen. Wenn man den Prozess als den Urheber von allem ansieht. Und in diesem vermutlich doch eher zunächst bewußtlosen Prozess kommt es im Verlauf seiner Entwicklung in Teilen seiner Selbst zu diesem Augenaufschlag, diesem Erwachen, einer bewußten Reflexion, wo der Teil, der reflektiert, sich dieser seiner eigenen Stellung im Prozess bewußt wird. Er also die eigene Trennung von Ich und nicht Ich als ein Produkt des Prozesses erkennt, dass im Bewußtsein dieser Genese wieder aufgehoben werden kann.

Der Sohn erkennt den Prozess als den Vater/Mutter an. Er hebt aber gleichzeitig durch diese Anerkennung wieder die Bedingungen für die Trennung auf. Indem er sich als lediglich temporäre Abspaltung erkennt, weiss er um die eigentliche grundlegendere Einheit. Und wo dies im Bewußtsein präsent ist, ist das Bewußtsein tatsächlich zum Bewußtsein des Prozesses geworden, ein Bewußtsein des Seins.

Man kann sogar vielleicht noch weiter gehen: wenn wir nämlich annehmen, dass diese Stufe der Selbstreflexion nach unserer Kenntnis nur dem Menschen zugänglich ist, das Sein oder der Prozess also erst im Menschen zum Bewußtsein kommt, der Gott auch erst am Erwachen ist. Es wäre dann der Gott auf unsere Augen angewiesen, weil es sie sind durch die hindurch er sich erkennt, weil wir es sind die ihn und uns verheiraten müssen - und doch gleichzeitig nur zuschauen können, wie er es tut.

Gott wird Mensch und kann sich nur dadurch selbst erfahren, erkennen. So wird der Mensch durch diese Erkenntnis zum Gott. Im Begreifen der Beziehung, die unser Bewußtsein zum Ganzen hat, wird es zum Bewußtsein des Ganzen . Wer diesen Durchblick erreicht, strebt in erster Linie danach sein Bewußtsein in diesem Licht zu halten, es ist eine der Existenzweisen Gottes, die man den heiligen Geist nennt. Es ist klar dass nur unser Geist die Vermittlung aller drei Dimensionen des Seins: Vater - Prozess, Sohn - Individuum, welches sich als Kind des Prozesses weiß und damit seine Identität "Ich und der Vater sind eins" erkannt hat und heiliger Geist, der dieses Verhältnis von Teil und Ganzem erst begreifbar macht.

In der Selbstakzeptanz die natürlich automatisch eine Globale Akzeptanz bedeutet, liegt somit der Schlüssel, wie der Geist mit sich ins Reine kommen kann und sich selbst heilt, durch die Öffnung, die das individuelle Ich transzendiert.
04 Jul '04 20:35 | | kommentieren

Oh, schaut nur! Da oben!

Soeben fliegt der erste Zeppelin NT auf seinem Web nach Japan hier vorbei.

Leider war die Digikam nicht schnell gezückt, daher hier "nur" ein Bild aus der Wikipedia


04 Jul '04 11:01 | | kommentieren

Lebenslauf

Größers wolltest auch du, aber die Liebe zwingt
All uns nieder, das Laid beuget gewaltiger,
Doch es kehret umsonst nicht
Unser Bogen, woher er kommt.

Aufwärts oder hinab! herrschet in heil'ger Nacht,
Wo die stumme Natur werdende Tage sinnt,
Herrscht im schiefesten Orkus
Nicht ein Grades, ein Recht noch auch?

Diß erfuhr ich. Denn nie, sterblichen Meistern gleich,
Habt ihr Himmlischen, ihr Alleserhaltenden,
Daß ich wüßte, mit Vorsicht
Mich des ebenen Pfads geführt.

Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern',
Und verstehe die Freiheit,
Aufzubrechen, wohin er will.

F. Hölderlin

02 Jul '04 20:14 | | drei Kommentare
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