Sind Gedanken metaphysisch ?

Ich meine jetzt nicht wie das Gehirn arbeitet, also die neurophysiologischen Grundlagen auf denen unser Denken beruht. Ich meine die Symbole, Bilder, Abstraktionen mit denen man es beim Denken zu tun hat, der eine Gedanke läßt einen kalt, ein anderer versetzt einen in Euphorie, oder verbreitet Angst und Schrecken, eine Idee verfolgt einen gar und wird zur "fixen" Idee. Können wir wählen zwischen den Einflüssen denen wir gedanklich ausgesetzt sind oder zwingen sich die Gedanken je nach Zustand des Körpers und der Umwelt auf.

Gesetzt den Fall man kann wählen was man denkt, warum sich dann immer wieder den selben schlechten Film antun ?
31 Mrz '04 21:24 | | 1 Kommentar

Der Tod ist der Sünde Sold - Die Rede zur Pflanzung der Heidegger Eiche am 28.März 2004

Welche Sünde ? Es gibt das, was uns von Gott trennt, übersetzen wir dies in eine idealistische Formulierung, so heißt dies es trennt uns von der Einsicht Bewußtsein aller Realität zu sein, das ist nun aber das notwendige Geschäft des „Ich`s“. Ich sage notwendig, weil natürlich und ein Meilenstein auf dem Weg zur Subjektivität.

Die Mysterien lehren, dass man seinen alten Menschen dem Tod anheimfallen lassen kann, es muss nicht immer alles im selben Trott weiter gehen, wir sind davon befreit diesem Glauben an die Rückkehr des immer Gleichen anzuhängen. Das Selbstbild, das sich in uns bereits verfestigt hat „so bin ich nunmal“ ist obsolet . Der Mensch ist das Metaphysische selbst, wie Heidegger sagt, gerade wem diese Erkenntnis geschenkt ist, der weiss, weshalb Jesus an der Idee „Ich und der Vater sind eins“ festhielt auch über den Tod.

Denn der Tod betrifft ihn, solange er in diesem Geist des Alles ist Eins verweilt nicht, er ist schon unsterblich, weil er den Metaphysichen Charakter des Subjekts begriffen hat, diese Person zu der ich mich entwickelt habe, ist etwas, das sich nicht auf den Körper reduzieren läßt, sondern es ist die Summe der Entscheidungen die dieses ich trifft, dieses Entscheiden bewegt sich natürlich nicht auf einer gegenständlichen Ebene, sondern inmitten von Ideen, von geistigen Räumen, Denkgewohnheiten und Modellen, die ich mir zueigen gemacht. Das uns das nicht unbedingt bewußt ist, dass wir oft genug nicht daran glauben können, das wir auch aus unserer Haut können, dass wir das Modell wechseln können nach dem wir die Welt interpretieren, das müssen wir uns immer wieder klar machen.

Tod wo ist Dein Stachel ?

Das kann nur der fragen, der bereits seinenKörper soweit verlassen hat, dass er um dieses metaphysische Sein des Menschen weiss, leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn, ob wir leben oder sterben so sind wir des Herrn. Das ist das Resultat der geistigen Wiedergeburt; aus Wasser und Geist kommt die Eneuerung. Das bedeutet Abwaschen, Verflüssigen der alten Muster und erneuern durch den hl. Geist, d.h. wisset ihr nicht, dass denen die Gott lieben alle Dinge zum Besten dienen.

Das ist einfach ein radikaler Wechsel der Weltinterpretation, ich muss mich nicht mehr an den Dingen aufreiben, denn die Dinge dienen mir, ich muss es nur richtig interpretieren. Es kommt darauf an, alles möglichst erfüllt zu denken, so Heidegger, das kann manchmal schwer fallen und wir sind dann auf einen Wink des Himmels angewiesen. Aber so selten wie Heidegger meinte ist dies gar nicht der Fall, der Gott auf den Heidergger noch wartet ist mitten unter uns, ja mehr noch:

Doch das Sein was ist das Sein. Es ist Es selbst.

orakelt Heidegger. Erkennt er nicht, dass sich hierin das Geheimniss lüftet, wir brauchen nicht länger auf Gott zu warten – wir sind es selbst.

Wir sind es selbst insofern wir unsere eigene Schöpfung werden können, wenn unser Geist sich in seiner Freiheit erkennt. Er kann die Dinge interpretieren wie er will und macht sie dadurch zu dem, was sie für ihn sind.

Natürlich sind dem auch Grenzen gesetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen ? Da wird jemand in die Kreatürlichkeit zurückgerissen, das kann jedem passieren, da erwacht dann wieder das, was trennt „der Sünde Sold ist der Tod“ aber was stirbt ist der Irrtum, das ist die Gute Nachricht.

In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Der Geist ist im Menschen verkörpert, der Körper ist aber nur so eine Art Wirt, diese Welt ist ein Übergangsstadium, das aber den Keim seiner Überwindung schon in sich trägt. Das Jenseits ist das Diesseits von morgen! Unser Geist kann dies antizipieren, Alles wird Gut ist die Formel die auch die Gegenwart erträglich, ja liebenswert macht.

(bild)

30 Mrz '04 21:36 | | kommentieren

Längst, rief ich, o Natur!

"Längst, rief ich, o Natur! ist unser Leben Eines mit dir und himmlischjugendlich, wie du und deine Götter all', ist unsre eigne Welt durch Liebe."

F. Hölderlin

14 Mrz '04 18:19 | | kommentieren
Vorheriges Archiv
Archive:
Januar 2006
Dezember 2005
November 2005
Oktober 2005
September 2005
August 2005
Juli 2005
Juni 2005
Mai 2005
April 2005
März 2005
Februar 2005
Januar 2005
Dezember 2004
November 2004
Oktober 2004
September 2004
August 2004
Juli 2004
Juni 2004
Mai 2004
April 2004
März 2004

Links:
Villa Haehnle
M*A*S*H 4077
Eiszeitkunst
46664: 1 minute for Aids in Africa
Homepage von Peter Sloterdijk
Proteus Blog

Stuff:
Powered by Pivot 
XML-Feed (RSS 1.0) 
XML: Atom Feed