Der neue Mythos
Die neue Heimstätte für den Geist muss aus Ihm selbst hervorgehen, er muss sie sich bauen und in ihr
muss er sich reflektieren, sich wiederfinden.
Der Mythos muss ein Treibhaus mit optimierten Bedingungen für das Wachstum gesunder Geistiger
Produkte darstellen. Es geht darum die Ökologie des Geistes klarer zu verstehen, das einfache pos.
Denken ist eine Art Monokultur, darin man der Wahrheit nicht näher kommt. Wie schafft man Platz
für Geistesgegenwart in der sich der Geist in sich geborgen dazu motiviert sich zu manifestieren.
Ein Raum der dieses "zusichkommen" zugleich befördert und ausdrückt. Die Einheit in der Selbsterkenntnis der Identität
ich und der Vater sind eins, der Geist der mich hervorgebracht hat und der Geist der jetzt
aus mir spricht "kommenden Tagen wie einst sich ausspricht" es ist die Transformation auf die nächste
höhere Ebene, denn nun "herrscht rings um Klarheit" Bewußtheit, der einst blinde Natur
hat die Augen geöffnet, jetzt kann sie neues bewußt hervorbringen, der große Geist ist dabei zu erwachen.
Hyperions Schicksalslied
Ihr wandelt droben im Licht
Auf weichem Boden, selige Genien!
Glänzende Götterlüfte
Rühren euch leicht
Wie die Finger der Künstlerin
Heilige Saiten.
Schicksallos, wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen;
Keusch bewahrt
In bescheidener Knospe,
Blühet ewig
Ihnen der Geist,
Und die seligen Augen
Blicken in stiller
Ewiger Klarheit.
Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhn,
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahr lang ins Ungewisse hinab.
Selbstverständlich
Unser Dasein versteht sich nicht von selbst, es versteht sich nicht von selbst, dass an diesem Punkt in der Weltgeschichte sich die Entwicklung versucht sich über sich selbst Klarheit zu verschaffen. Und wenn wir dieses versuchen zu ermessen, stoßen wir unweigerlich auf die Frage der Freiheit und wenn es innerhalb dieser Entwicklung Freiheit gibt, dann ist die Frage nach dem Selbstverständnis immer auch die Aufforderung sich zu seinem Sein zu verhalten, zu wählen, sich zu entwerfen. Es wäre schön wenn der Gedanke Licht ins Dunkel zu bringen, sich aus diesem Selbstverständnis herausdestilliert. Das ist nichts in dem Sinne naturwüchsiges, es ist eher in einem gewissen Sinn "übernatürlich", es ist der früh als hl. Geist bezeichnete Lichtton, es ist die mögliche Existenzweise des kommenden Gottes, des im Menschen zu sich kommenden Gottes, es ist das sich selbst verständlich gewordene Sein und damit ein sich manifestieren der Potenz zur Vernunft und damit auch ein manifestieren der Vernunft die als Keim im Sein schon angelegt, aber sich durch dieses selbstverständlich werden erst frei entfalten kann - es ist der Versuch das Beste daraus zu machen.
Das kanns doch nicht sein oder !?
Die Natur ist faszinierend, atemberaubend, schön, reich, verschwenderisch, ausgeklügelt usw. aber dieses Werden und Vergehen, kanns das sein, kann man sich damit abfinden ? Überwiegen nicht doch
die Schattenseiten das Schöne und Staunenswerte. Aber welche Waage, welcher Maßstab kann hier angelegt werden.
Der Geist will mehr, findet keinen Ruhe bei dem Gedanken dass es das gewesen sein soll. In und mit uns fügt er noch weitere Akzente in diese Welt ein bis hin zu abstrakten Ideen, wie Gerechtigkeit, Wahrheit,
aus der Brutpflege soll Liebe werden, aus der animalischen Freude an einem sonnigen Tag, die ästhetische Erfahrung, der Genuss von Kunst in Ihren anspruchsvollsten Facetten.
Die Religion verspricht etwas was nicht von dieser Welt ist eine andere Dimension, denn in der Welt habt Ihr Angst, in der Welt bleibt es bei Licht und Schatten.
Die Religion hat leicht etwas zu versprechen, wer will es überprüfen oder ist es ein Wink wo wir suchen müssen, wenn wir dieses hier und jetzt überschreiten wollen, transzendieren. Ich denke letzteres:
auch wenn es derzeit nicht so en vogue ist, in der Natur ist zwar Geist aber eine frühe Form, erst dort wo der Geist wirklich sich selbst begreift könnte es gelingen durch die massive Wand zu gehen die
uns jetzt noch von einem jenseits trennt. Das bedeutet dass dieses jenseits in meinen Augen auch noch nicht existiert, abgesehen vielleicht von den wenigen Individuen die tatsächlich dieser Art von Wahrheit
schon sehr nahe gekommen sind.
Auf der anderen Seite sehen wir das Placebo das die Kirchen freigiebig austeilen und was soll man sagen, es wirkt, wir wissen aus unzähligen Studien zu diesem Thema dass Placebos durchaus ihre Wirkung haben,
aber man darf bei dieser Stufe nicht verharren, das Licht der Welt, die Worte des ewigen Lebens, alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis, das steht auf einem anderen Blatt ist noch nicht in den Kanon aufgenommen
der Geist muss uns erst noch dorthin führen, über das erkenne dich selbst, erkenne dich als die sich selbst zeichnende Hand - finde das Licht indem du es bist, das ist die Abkehr von den Schattenbildern der Höhle, die sich auch
in die christliche Religion hinein perpetuiert haben.
Der große Manitu
Die Evolution ist ein gigantischer Prozess, es ist das ursprünglichste Denken das sich direkt in den Wind stellt und hopp oder top, wird ausselektiert was dem Druck der Wirklichkeit in der unmittelbaren Umgebung nicht stand hält.
Die Leistungen dieses "nachdenkens" sind gigantisch, man sollte durchaus mit Erfurcht die Natur betrachten - und dennoch bleibt ein Unbehagen - wozu ? Wozu über Jahrtausende dies grausame Spiel, wozu wenn nicht das ganze
in etwas Gipfeln kann, das "Ihm" einen Sinn gibt. Deshalb ist die neue Ebene die die Evolution erreicht hat so bemerkenswert, deshalb ist dieses zum Bewußtsein kommen dieses Prozesses in uns etwas entscheidend anderes und
die Herausforderung schlechthin. Denn es ist letztlich den Jüngern dieses Glaubens in die Hand gelegt den Weg zu suchen um eine Antwort auf dieses "Warum" geben zu können. Ob die Erkenntnis ins Eins-sein mit diesem Prozess schon
ausreicht ? Zumindest eine bestimmte Art von Unsterblichkeit eröffnet er uns, aber reicht das schon ? Bedarf es nicht tatsächlich einer Neu Schöpfung mit der dieses natürliche Jammertal überwunden wird. Ein neuer Himmel und eine
neue Erde wurde verheißen.Der große Manitu hat die Lehre zum Baumeister durchlaufen, jetzt braucht er nur noch einen Plan - Ihr seid das Licht der Welt, meint es nicht genau dies, das wir des Rätsels Lösung sind !?
Vielleicht dort wo der Geist sich begeistert an seinen Möglichkeiten die Ihm in der Selbsterkenntnis begegnen und aus denen er schöpfen kann, was er braucht.
Lichtblicke
Was mag es für ein Gefühl sein unter den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes tagelang auszuharren, in völliger Dunkelheit, allein mit der Angst und dem Warten. Was wenn
nach Tagen sich Geräusche vernehmen lassen und nach weiteren Stunden des Bangens dringt endlich ein Lichtstrahl zu einem durch, die Hilfe ist nah.
Eine Naturkatastrophe ist immer auch irgendwie ein Abgesang auf überkommene religöse Vorstellungen, Gott hat hier das einzige was ihn rehabilitiert, das Alibi das wirklich sticht,
indem er so wie diese religiösen Vorstellungen geartet sind - schlicht nicht existiert. Es gibt diesen behütenden persönlichen Schutzgott nicht, sonst wäre die alte Frage wirklich berechtigt,
wie kann Gott das zulassen !?
Wenn wir also erst garnicht von einem Gott der eingreifen könnte ausgehen, haben wir schonmal ein Problem weniger, die Weltsicht wird stimmiger.
Im Grunde war Nietzsche Augenzeuge eines großen Bebens - Gott ist tot - Punkt.
Das metaphysische Gebäude war nicht erdbebensicher genug für die Erschütterungen der neuen Zeit. Die Zeit des grausamsten Gastes war gekommen. Die Zeit der beklemmenden Dunkelheit.
Können wir uns selbst ausgraben oder sind wir auf Hilfe von "außen" angewiesen, "nur ein Gott kann uns noch retten" läßt uns Heidegger wissen -stimmt denn das ?
Die Idee "Gott" hatte großen Einfluss auf die Menschheit, Gott als Placebo, es reicht wenn man an Ihn glaubt, er muss dazu nicht wirklich existieren oder er existiert dadurch dass man an ihn glaubt.
Denn wenn eine solche Idee auf die Welt gebracht wird, dann geht etwas von Ihr aus und dadurch kann man sie auch als real bezeichnen.
Der Lichtblick jenseits eines lieben Gottes, ist dass die Welt ein Ideenproduzent und mit den Menschen eine Produzent potentiel bewußt produzierter Ideen, ist.
Der Geist muss sich selbst als die Quelle des Lichts deuten und zutrauen zu sich gewinnen, dann kann er sich auch aus den Trümmern herausarbeiten.
Und weil damit die Realität sich selbst bestimmt, kehrt auch soetwas wie ein Gott zurück. Die Wirksubstanz bei einem Placebo ist ja das es einem Glauben einen Halt gibt.
Irgendwann ist es Zeit die Stützräder und Schwimmflügel hinter sich zu lassen, man darf nicht bei diesen "falschen Göttern" hängen bleiben, das wahre Licht
ist Ausdruck der tiefen Einsicht des Geistes in sich nur hier ist der feste Grund auf dem ein neues Gebäude zu errichten wäre - von Hegel wurde es offenbare Religion genannt.
Die Idee ist nicht schlecht und wir wissen ja was den schlechtesten Baumeister von der besten Biene unterscheidet.....
Bedecke deinen Himmel, Zeus mit Wolkendunst
... Rettungsdank
dem Schlafenden da droben ?
Ich dich ehren ? Wofür ?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen ?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängstigten ?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal
Meine Herrn und deine ?
Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehen,
Weil nicht alle
Blütenträume reiften ?..... aus Goethe "Prometheus"
Ersatz fürs Gehirn
"Dazu nehme ich seit einigen Tagen Neura-Lecithin, Ersatz fürs Gehirn, (echt nur mit dem Rhinozeroskopf im Ring) immer trage ich davon bei mir und wenn ich stocke in der Unterhaltung, antwortet der Rhinozerosgehirnsauerstoff geradezu erstaunlich vernünftig, fast unangenehm intelligent-kein Mensch glaubt mehr, daß ich eine Dichterin bin - die Redaktionen geben mir Aufträge."
Else Lasker-Schüler.
Das Wahre und das Ganze
Es ist ein weites Feld oder wie Heidegger sich ausgedrückt hat" in Wahrheit ist alles unerschöpflich". Dass es nicht nur Licht geben kann, das macht es so kompliziert mit "der Wahrheit", der Gewinner produziert immer auch Verlierer, das Vorbild stellt andere in den Schatten, was wäre das für ein Leben ohne den Tod......
Man kann sich eigentlich keine heile Welt denken, höchstens eine in der das Jammertal auf hohem Niveau angesiedelt ist.
So haftet auch dem tiefsten Verständnis des Ganzen immer etwas fragmentarisches an und etwas bleibt in der Schwebe, je weiter man vordringt je breiter das Spektrum ist, das der eigene Geist überblicken kann, desto bedenklicher wird man, desto weniger mag man etwas behaupten. Man betont lediglich Aspekte die es im Auge zu behalten gilt, es fällt einem schwer es sich einfach zu machen und trotzdem fordert man die Leichtigkeit als Resultat der Reflexion, es sind Gradwanderungen.
"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen" so hat es Rilke ausgedrückt, "ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen - aber versuchen will ich ihn."
Auf der anderen Seite gibt es Momente der Fülle, die Lichtung, Harmonie, Schönheit, Liebe wo für kurze Zeit das ganz große Orchester uns mit seiner einen Wahrheit erfasst und hinaufreißt vor die Tore wo droben der Lichttongott thront.
Nur Mut
Auf der Ebene des selbstbewussten Geistes sind wir sozusagen in der Königsdisziplin angekommen, hier geht der Geist mit sich um, bildet sich, gestaltet sich, erschafft sich. Bei der Wahl der Mittel hierzu wird man nicht auf Suggestion, Meditation, Kampfsport, Künstlertum etc. verzichten im Gegenteil, seit Alters her werden diese Elemente in allen Liturgien aller Religionen angewandt mit gutem Grund.
Unser Alltagsbewusstsein tendiert nicht gerade dazu unseren Geist auf dieser Ebene weiter zu bringen, deshalb ist es notwendig sich in andere Dimensionen zu bringen um dort für Suggestionen empfänglicher zu werden, Trance oder Trance ähnliche Zustände sind natürlich ideal um Menschen zu manipulieren, das ist die neg. Seite. Auf der anderen, unserer Seite gilt es aber die pos. Aspekte der Selbststeuerung,
zu entwickeln, zu kultivieren, Übung macht auch hier den Meister.
Wie man sieht, es gehört schon eine gehörige Portion Mut dazu sich auf dieses Abenteuer einzulassen, wir sind erst ganz am Anfang der Geistesgeschichte und in Ihr wurde der Geist bisher nur unzureichend begriffen. Wir sind heute an einem Wendepunkt und er zählt mit Sicherheit zu den an einer Hand auf zählbaren ganz großen Wendepunkten. Der Prozess ist im Begriff sich zu begreifen, er kommt zu sich
das ist der Kern der wahren Religion, sich als Kind des Prozesses als identisch mit Ihm ansehen, weil der Prozess in uns zu sich kommt, da schließt sich der Kreis. Aber damit wird auch eine neue Herausforderung gesetzt, eben die angesprochene Königsdisziplin der Geist erschafft sich selbst. Da kann einem schon etwas mulmig werden, wenn man so etwas hinausposaunt, aber es hilft ja nichts. Vielleicht nur ein weiterer Schlenker in der Odyssee des Geistes vielleicht ists aber auch wahr und es sind die Rufe vom Mast und die Konturen werden immer deutlicher "Land in Sicht"! Keine Frage, dass es sich um das gelobte Land handeln muss, dass es die Inseln im Westen sind. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/de/Oplontis_Caldarium_room8.jpg
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